Heute, am Holocaust-Gedenktag, erinnern wir besonders an die Millionen Opfer des nationalsozialistischen Regimes. Ihre Namen, ihre Geschichten und ihr Leid dürfen nicht vergessen werden.
Doch Erinnerung ist für uns nicht nur an diesem einen Tag wichtig. Das ganze Schuljahr über beschäftigen wir uns gemeinsam mit unseren Schülerinnen und Schülern mit der Geschichte des Nationalsozialismus und mit Fragen von Verantwortung, Ausgrenzung und Menschlichkeit. In verschiedenen Projekten und über Fächer hinweg setzen wir uns mit Vergangenheit auseinander und fragen zugleich, was sie für unser Zusammenleben heute bedeutet.
Erinnerung heißt für uns: hinschauen, verstehen und Haltung zeigen – gegen Hass und Ausgrenzung, für Respekt und Menschlichkeit.
Nie wieder ist jetzt.
Jetzt haben unsere Schülerinnen und Schüler der Hauptschulklassen 9 an der Anne-Frank-Schule Eschwege ihre Projektprüfungen abgelegt.
Im Mittelpunkt stehen dabei Kompetenzen, die über einzelne Aufgaben hinausreichen: selbstständiges Arbeiten, Teamkoordination, strukturierte Recherche und eine klare, adressatengerechte Präsentation. Fähigkeiten, die im Unterricht systematisch aufgebaut wurden und nun sicher angewendet werden.
Beispielhaft dafür stehen Hadi, Jasmina, Max und Stejsi, die sich im Rahmen ihres Projekts mit Sehenswürdigkeiten in London auseinandergesetzt haben. Mit einer gedanklichen Bootsfahrt über die Themse führten sie die Kommission mit Schulleiterin Anna Reimann und Fachprüferin Victoria Ternes anschaulich und fachlich fundiert durch ihre Ergebnisse.
Der heutige Tag zeigt, wie gut Unterricht, Vorbereitung und eigenständiges Lernen ineinandergreifen – und wie sicher unsere Schülerinnen und Schüler mit den Anforderungen dieser Abschlussphase umgehen. Ein überzeugender Auftakt. 👍💪👍💪👍
Mit Musik, Tanz, Theater und viel gemeinsamer Vorfreude hat das große Weihnachtskonzert der Anne-Frank-Schule Eschwege zahlreiche Besucherinnen und Besucher in die vollbesetzte Eingangshalle der Schule geführt. Schülerinnen und Schüler aus allen Jahrgängen gestalteten gemeinsam ein Programm, das die Vielfalt des künstlerischen Arbeitens an der Schule sichtbar machte und zugleich den besonderen Charakter der Adventszeit aufgriff.
Bereits vor Konzertbeginn schuf die Schülervertretung den passenden Rahmen für diesen Abend. An einem festlich geschmückten Stand wurde Punsch ausgeschenkt, viele Gäste nutzten die Gelegenheit zum Austausch. In der Eingangshalle begrüßten anschließend Ida und Josefine von der Schülervertretung das Publikum. In ihren Worten ging es um Wärme, Geborgenheit und darum, füreinander da zu sein – Gedanken, die auch die schulische Adventsaktion „Ein Blick durch’s Schlüsselloch“ prägten und die als Ausdruck gelebter Schulgemeinschaft an der Anne-Frank-Schule verstanden werden können.
Den musikalischen Rahmen setzte das Schulorchester, in dem Schülerinnen und Schüler der Standorte Eschwege und Wanfried gemeinsam musizieren. Unter der Leitung von Sylvia König und Susanne Schreiber präsentierte sich das Ensemble sicher im Zusammenspiel und klanglich ausgewogen. Weihnachtsklassiker wie The Little Drummer Boy, Sleigh Ride und In der Weihnachtsbäckerei sorgten für vertraute Klänge, bevor das Konzert mit Feliz Navidad einen schwungvollen Abschluss fand.
Auch die Solistinnen und Solisten prägten den Abend entscheidend. Schülerinnen und Schüler aus verschiedenen Jahrgängen sowie auch ehemalige Solistinnen standen auf der Bühne und präsentierten ein vielseitiges Repertoire von gefühlvollen Balladen bis hin zu modernen Popsongs, darunter All of Me, Someone You Loved und Shallow.
Als Solistenklasse musizierten alle Solistinnen und Solisten gemeinsam und überzeugten durch ein geschlossenes Klangbild, stimmliche Sicherheit und konzentriertes Zusammenspiel. Die gemeinsam vorgetragenen, teils anspruchsvollen Stücke hinterließen einen nachhaltigen Eindruck.
Lauritz aus Jahrgang 7 und Felix aus Jahrgang 6 sorgten mit ihrem gemeinsamen Auftritt mit dem Titel Just the Way You Are für einen der eindrücklichsten Momente des Abends. Zwei Jungen, die sich etwas trauten, ihre Stimmen präsentierten und mit Ruhe, Ausdruck und Präsenz das Publikum sofort erreichten – der Applaus sprach für sich.
Begleitet und vorbereitet wurden die Solistinnen und Solisten in diesem Jahr von der ehemaligen Solistin Merle Haritaworn, die diese Aufgabe engagiert übernahm und den jungen Sängerinnen und Sängern sowohl im Vorfeld als auch während des Konzerts Sicherheit gab.
Auch der Tanz war fester Bestandteil des Programms. Die Tanz-AG sowie die Tanzprojektgruppe aus dem Jahrgang 5 präsentierten lebendige und dynamische Choreografien, die durch Präzision, Rhythmus und sichtbare Bewegungsfreude überzeugten. Verantwortlich für die tänzerische Leitung war Karina Wolff, die zugleich die organisatorische Gesamtleitung des Abends innehatte und für einen reibungslosen Ablauf sorgte.
Ergänzt wurde das Programm durch die Theaterprojektgruppe aus Jahrgang 5, die mit dem Stück Der Bratapfel mehrere kurze, szenische Beiträge präsentierte. Die Schülerinnen und Schüler zeigten dabei Präsenz, Textsicherheit und ein gutes Gespür für Darstellung und Atmosphäre. Die einzelnen Sequenzen fügten sich zu einem stimmigen Gesamtbild und bereicherten das Konzert um eine weitere erzählerische Facette.
Zum Abschluss dankte Schulleiterin Anna Reimann allen Mitwirkenden auf und hinter der Bühne. Ihr Dank galt den beteiligten Lehrkräften, Unterstützerinnen und Unterstützern, Helferinnen und Helfern, der Technik-AG für Licht und Ton, den Lerngruppen für die Gestaltung der Eingangshalle sowie der Schülervertretung.
Das große Weihnachtskonzert der Anne-Frank-Schule Eschwege zeigte eindrucksvoll, wie Musik, Tanz und Theater an der Schule zusammenwirken und wie künstlerischer Anspruch und gelebte Gemeinschaft miteinander verbunden sind.

Wie lebendig und tragfähig europäische Bildungsarbeit sein kann, wurde in diesen Tagen an der Anne-Frank-Schule bei uns in Eschwege und Wanfried deutlich. Eine Schülergruppe der französischen Partnerschule aus Plouescat war im Rahmen eines Austauschs zu Gast. Plouescat ist die französische Partnerstadt Wanfrieds – eine Verbindung, die durch die Begegnung junger Menschen konkret erfahrbar wurde. Das gemeinsame Projektthema lautete „Advent in Deutschland“.
Während die französische Schule als Erasmus-Schule in europäische Bildungsprogramme eingebunden ist, bringt die Anne-Frank-Schule ihre langjährige Erfahrung als Europaschule ein. Grundlage des Austauschs war ein klar strukturiertes Konzept, das fachliches Lernen, kulturelle Einblicke und persönliche Begegnungen miteinander verband.
Begleitet wurde die französische Gruppe von den Lehrkräften Agnès Bellec und Olivier Le Goff. Auf deutscher Seite übernahmen Silke Goethe, Vorsitzende des Fachbereichs Französisch, die Organisation des Programms, das Unterrichtsbesuche, kreative Arbeitsphasen und gemeinsame Aktivitäten sinnvoll verzahnte. Unterstützt wurde sie während des Austausches von ihren Kolleginnen Heidi Giese und Brigitte Sippel.
Der thematische Schwerpunkt Advent erwies sich dabei als besonders geeignet. „Der Advent ist für unsere Gäste ein sehr konkreter Zugang zu Deutschland. Traditionen, Alltag und persönliche Begegnungen greifen hier ganz selbstverständlich ineinander“, erläuterte Silke Goethe.
Die Unterbringung in Gastfamilien ermöglichte den französischen Schülerinnen und Schülern unmittelbare Einblicke in das Leben ihrer deutschen Partnerinnen und Partner. Ergänzt wurde dies durch Exkursionen nach Wanfried, Eschwege und Kassel. Der Besuch des Kasseler Weihnachtsmarkts eröffnete zahlreiche Gesprächsanlässe – etwa zu Bräuchen, regionalen Besonderheiten und kulinarischen Traditionen.
Einen besonderen Akzent setzte die enge Verzahnung von schulischem Austausch und Städtepartnerschaft. Ute Wörner, Vorsitzende des Partnerschaftsvereins Wanfried–Plouescat, unterstützte die Gruppe beim Basteln und Backen und führte die Gäste persönlich bei einer Stadtführung durch Wanfried. Auf diese Weise wurde die kommunale Partnerschaft Teil des pädagogischen Programms.
Auch aus Sicht der Schülerinnen und Schüler war der Austausch prägend. Alexander von der Anne-Frank-Schule hob vor allem das gemeinsame Erleben hervor: „Am Anfang war ich etwas unsicher, aber wir haben schnell gemerkt, wie viel wir miteinander teilen. Besonders schön war, dass wir so viel gemeinsam unternommen haben.“
Seine Mitschülerin Helene betonte die persönliche Entwicklung: „Man lernt nicht nur eine andere Kultur kennen, sondern auch sich selbst. Die Gespräche und der gemeinsame Alltag haben mir gezeigt, wie wichtig Offenheit ist.“
Positive Rückmeldungen kamen auch aus Frankreich. Agnès Bellec lobte die Zusammenarbeit: „Die Organisation war sehr klar und zugleich offen gestaltet. Die Schülerinnen und Schüler konnten eigene Erfahrungen sammeln und sich aktiv einbringen.“
Nach intensiven Tagen hieß es schließlich Abschied nehmen. Mit vielen Eindrücken, neuen Freundschaften und einem vertieften Verständnis für das Thema „Advent in Deutschland“ traten die französischen Schülerinnen und Schüler die Heimreise an. Zurück blieb die Erkenntnis, dass dieser Austausch weit mehr war als ein Projekt: Er war gelebte Städtepartnerschaft und gelebtes Europa.
Der Besuch aus Plouescat unterstreicht eindrucksvoll, wie die Anne-Frank-Schule ihre Rolle als Europaschule versteht – strukturiert, werteorientiert und getragen von engagierten Lehrkräften. Europa wird hier nicht abstrakt vermittelt, sondern im schulischen Alltag konkret erfahrbar.

Wer den Rechtsstaat verstehen will, muss ihn erleben. Genau das taten jetzt die Achtklässlerinnen und Achtklässler der Anne-Frank-Schule, die an mehreren Terminen das Amtsgericht Eschwege besuchten und dort Einblicke erhielten, die kein Lehrbuch vermitteln kann. Nach einer intensiven inhaltlichen Vorbereitung im Fach Gesellschaftslehre trafen im Gerichtssaal Realität, Rollenverständnis und Prozessabläufe aufeinander. Die Schülerinnen und Schüler hatten sich zuvor mit den Grundlagen des Rechtsstaates beschäftigt. Dazu gehörten etwa der Aufbau des Grundgesetzes, die Bedeutung der Gewaltenteilung, die Frage, weshalb staatliches Handeln klaren Regeln folgen muss, und welche Prinzipien ein faires Verfahren kennzeichnen. Dieses Vorwissen erwies sich als entscheidender Schlüssel, um das Geschehen vor Ort sicher einordnen zu können. Am Gericht erwartete die Klassen Richterin Carmen Elena Roth. Sie erklärte den Aufbau des Amtsgerichts, beschrieb typische Arbeitsabläufe und stellte juristische und nichtjuristische Berufsfelder vor. Die Offenheit, mit der sie Fragen beantwortete, zeigte den Schülerinnen und Schülern, wie viel Professionalität und Verantwortung die tägliche Arbeit der Justiz erfordert.
Im Sitzungssaal verfolgten die Achtklässler anschließend verschiedene Strafverfahren, die sich mit Betrug, fahrlässiger Körperverletzung und gefährlicher Körperverletzung befassten. Sie beobachteten Zeugen, die versuchten, ihre Erinnerungen möglichst genau wiederzugeben, und Angeklagte, deren Nervosität oder Unsicherheit im Verlauf der Befragung deutlich sichtbar wurde. Besonders eindrücklich war die ruhige und konzentrierte Atmosphäre des Gerichts. Jeder Schritt folgte klaren Regeln und jede Aussage wurde sorgfältig dokumentiert. Lea aus der Jahrgangsstufe 8 beschrieb ihren Eindruck so: „Ich wusste, dass ein Prozess ernst ist, aber ich war überrascht, wie genau alles genommen wird. Jede Aussage wird festgehalten und wirklich geprüft.“ Auch Claas erkannte, wie eng die Rollen von Staatsanwaltschaft und Verteidigung miteinander verbunden sind und wie entscheidend die formalen Strukturen dafür sind, dass ein Verfahren nachvollziehbar und gerecht bleibt.
Die Schülerinnen und Schüler erlebten zudem, dass einige der Verfahren nicht mit einer Urteilsverkündung endeten. Vertagungen waren notwendig, weil Gutachten fehlten oder neue Informationen eine weitere Prüfung verlangten. Dadurch wurde deutlich, wie anspruchsvoll gerichtliche Entscheidungen vorbereitet werden und wie sorgfältig die Justiz arbeitet.
Richterin Carmen Elena Roth lobte die Achtklässlerinne und Achtklässler ausdrücklich für ihre konzentrierte Beobachtung und ihre präzisen Fragen. Der Jahrgang zeigte ein bemerkenswert sicheres Auftreten in einem Umfeld, das vielen Menschen Respekt abverlangt, und bewies ein hohes Maß an Sachkenntnis und Ernsthaftigkeit. Oberstudienrätin Melanie Salewski ordnete den Besuch ein: „Der Besuch der Gerichtsverhandlungen macht sichtbar, wofür wir an der Anne-Frank-Schule stehen. Unsere Schülerinnen und Schüler sollen verstehen, wie der Rechtsstaat funktioniert und welche Verantwortung mit gerechten Verfahren verbunden ist. Die Verbindung aus fundierter Vorbereitung und echter Prozessbeobachtung ermöglicht Erkenntnisse, die im Unterricht so allein nicht erreichbar wären.“
Das Amtsgericht hatte der Schule im Vorfeld mehrere Termine zur Auswahl gestellt, wodurch alle Klassen teilnehmen konnten. Die Kooperation verlief professionell, offen und ermöglichte einen realistischen Einblick in ein System, das für das gesellschaftliche Miteinander unverzichtbar ist. Der Schultag im Gerichtssaal, der von den Lernenden abschließend entlang verschiedener Kriterien reflektiert wurde, geriet damit zu einem Baustein, der fachlich und persönlich Horizonte öffnet und die Schülerinnen und Schüler der Anne-Frank-Schule in ihrer Entwicklung zu verantwortungsbewussten und kompetenten jungen Menschen unterstützt.
